Manfred Gruber hat getan, was von ihm verlangt wurde: Bewerbungen geschrieben, Maßnahmen absolviert, seine "Bemühungspflicht" erfüllt. Und doch gilt er längst als Härtefall, abgestempelt von einem System, das in Formularen denkt.
Nah an ihrer Hauptfigur erzählt Sandra Weihs von sozialem Abstieg, Scham und stiller Wut. Wie viel Mensch bleibt im Verwaltungsakt übrig? Damit konfrontiert sehen sich auch Grubers Sachbearbeiterin, gefangen zwischen Vorschrift und Verantwortung, und eine Sozialarbeiterin, die zu vermitteln versucht. Ob vor oder hinter dem Schreibtisch: Sie alle sind Teil einer Maschinerie, die auf Kontrolle setzt und den Einzelnen aus dem Blick verliert.
Zwischen Resignation und Aufbegehren wächst der Druck. Und Manfred Gruber reagiert. Das letzte Wort hat immer das Amt? Dieser und weiteren Fragen gehen Sandra Weihs und Mladen Gladić nach.
Die Ronsdorfer Bücherstube ist mit einem Büchertisch vor Ort.
Barrieren und Anreise:
Der Lesesaal sowie die Toiletten sind barrierefrei zugänglich. Die Anreise ist über die Schwebebahnhaltestelle Ohligsmühle (ca. 200 m entfernt) sowie über die Bushaltestellen Volkshochschule mit den Linien 600, 601, 611, 619, 649 (ca. 300 m entfernt) oder Hombüchel mit der Linie 643 (ca. 200 m entfernt) möglich. Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Kasinogarten, bei B+B zudem sind Parkplätze im umliegenden Wohngebiet vorhanden, die Suche erfordert jedoch etwas Zeit.
Sandra Weihs, geboren 1983 in Klagenfurt, studierte Soziale Arbeit in Wien und lebt in Oberösterreich. 2015 wurde sie für ihren Roman Das grenzenlose Und mit dem Jürgen Ponto-Preis für das beste deutschsprachige Debüt ausgezeichnet. Sie erhielt mehrere Stipendien, zuletzt das Projektstipendium des Ministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport für ihr Manuskript Bemühungspflicht. Der gleichnamige Roman erschien 2025.
Mladen Gladić, geboren 1975 in Münster, aufgewachsen im Pfälzerwald, ist Journalist und Literaturwissenschaftler. Nach wissenschaftlichen Positionen an Universitäten in Deutschland, der Schweiz und den USA war er ab 2016 Redakteur bei der Berliner Wochenzeitung Der Freitag. Seit 2020 arbeitet er im Feuilleton der Welt. Gemeinsam mit der Münchner Buchwissenschaftlerin Erika Thomalla betreibt er außerdem den Podcast Literatur im Betrieb.