Wie erzählt man von etwas, das sich der Sprache entzieht?
In ihrem Roman "ë" schreibt Jehona Kicaj über ein schmerzliches Kapitel der jüngsten europäischen Geschichte, welches in Deutschland kaum bekannt ist. Krieg, Tod und Verlust prägen das Leben der Erzählerin, die als Kind kosovarischer Geflüchteter in Deutschland aufwächst. Als junge Erwachsene sucht sie nach einer eigenen Stimme zwischen Herkunft und Gegenwart.
Der titelgebende Buchstabe "ë" wird zum Bedeutungsträger: Im Albanischen bleibt er am Wortende stumm und prägt dennoch den Klang. Er steht für das, was nicht gesagt werden kann und doch fortwirkt. Eine Vergangenheit, die sich in Erinnerung und Körper eingeschrieben hat.
Über Möglichkeiten der Literatur, diesem Schweigen eine Form zu geben, sprechen Jehona Kicaj und Birte Fritsch.
Der Glücksbuchladen ist mit einem Büchertisch vor Ort.
Barriere und Anreise:
Der Zugang erfolgt über eine kurze Treppe und ist daher nicht barrierefrei, beim Betreten kann jedoch Unterstützung erfolgen. Die Toiletten sind mit dem Rollstuhl befahrbar. Die Anreise erfolgt über die Haltestelle Wiesenstraße mit der Buslinie 620 (ca. 100 m entfernt) sowie über die Haltestelle Schleswigerstraße mit den Linien 607, 620, 625, 635, 645 (ca. 210 m entfernt). Parkplätze sind im umliegenden Wohngebiet vorhanden, die Suche erfordert jedoch etwas Zeit.
Jehona Kicaj, geboren 1991 in Kosovo und aufgewachsen in Göttingen, studierte Philosophie, Germanistik und Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Nach wissenschaftlichen Publikationen erscheinen von ihr seit 2020 auch literarische Texte. Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie Und so blieb man eben für immer. Gastarbeiter:innen und ihre Kinder (2023). Mit ihrem mehrfach ausgezeichneten Debütroman ë stand sie auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025.
Birte Fritsch ist Kuratorin und Kulturmanagerin. Schwerpunkte ihrer inhaltlichen Arbeit bilden neben dem Spannungsfeld von Kunst und Krise bis in die Gegenwart, multidirektionaler Erinnerungskultur und kritischem Gedenken vor allem Fragen diversitätssensibler und kokreativer Kulturarbeit, Ausstellungs- und Inszenierungspraxen.