Wir wollen wüten!
Zum Abschluss der Wuppertaler Literatur Biennale lädt das KARUSSELL zu einer furiosen Lesung aus Ausgabe #4 WUT der Literaturzeitschrift ein.
Autor*innen und Beiträger*innen lesen aus einem Heft, das Wut nicht als bloßen Ausbruch begreift, sondern als etwas, das sich durch Sprache, Bilder und Erinnerungen bewegt. Texte und künstlerische Arbeiten durchmessen den Raum zwischen persönlicher Erfahrung und politischer Gegenwart.
Wir sagen: Wut ist kein Makel. Wut ist Macht!
Wut ist das, was bleibt, wenn das Zuhören endet.
Wenn Geduld sich auflöst und die raue Stimme sich erhebt.
Wenn das Zittern in den Händen zu ungefilterter direkter Sprache wird.
Wir widmen diese Ausgabe den wütenden FLINTA* –
denen, die zu laut sind, zu emotional, zu direkt.
Denen, die sich nicht mehr kleinreden lassen.
Denen, die gelernt haben, zu schweigen – und jetzt lauthals schreien.
Wut, die sich nicht entschuldigt.
Wut, die endlich ihren wohlverdienten Platz einnimmt.
Aber auch jenen, die ihre Wut lange verbergen mussten:
den Sanften, den Stillen, den Nicht-Gemeinten, den Überhörten.
Wut gehört uns allen. Wir holen uns unsere Wut zurück.
In Arbeiten, die sich mit Wut in all ihren Formen auseinandersetzen: mit persönlicher, gesellschaftlicher, politischer, leiser oder eruptiver Wut.
Mit Ausgabe #4 erscheint KARUSSELL im Rahmen der Wuppertaler Literatur Biennale und nimmt deren Thema nicht bloß auf, sondern auseinander: in Gedichten, prosaischen Texten, bildkünstlerischen Beiträgen und Stimmen, die Wut nicht als Pose, sondern als Bewegung verstehen.
Im LOCH lesen Autor*innen und Akteur*innen aus dem neuen Heft. So wird KARUSSELL für einen weiteren Abend zu dem, was die Zeitschrift immer auch sein will: ein Raum für Reibung und Resonanz, für Literatur und Kunst, die unsere Gegenwart nicht beschreiben, sondern lesbar machen.
Die KARUSSELL Redaktion begrüßt an diesem Abend diverse Special Guests – es lesen Felicia Aparicio Lukaßowitz, Helen Hermens, Carla Moschner, Kerstin Nethövel und Florian Veelmann aus der aktuellen Ausgabe. Und: Nach dem Talk wird getanzt!
Barriere und Anreise:
Das LOCH ist barrierefrei über den Haupteingang zugänglich. Eine vollständig barrierefreie Toilette ist nicht vorhanden. Die Anreise ist über die Schwebebahnhaltestelle Ohligsmühle (ca. 250 m entfernt) sowie über die Bushaltestellen Volkshochschule mit den Linien 600, 601, 611, 649 (ca. 350 m entfernt) oder Hombüchel mit der Linie 643 (ca. 230 m entfernt) möglich. Parkmöglichkeiten bestehen im Parkhaus Kasinostraße und B+B zudem sind Parkplätze im umliegenden Wohngebiet vorhanden, die Suche erfordert jedoch etwas Zeit.
Die Literaturzeitschrift KARUSSELL erscheint in Wuppertal bereits seit den frühen 1980ern. In unterschiedlichen Abständen und mit wechselnden Redaktionen hat sie seither literarische und künstlerische Positionen versammelt und dem Austausch zwischen regionalen Akteur:innen und Stimmen von überall her einen Raum gegeben. Nach einer Pause wurde das Magazin von seiner aktuellen Redaktion wieder aufgenommen und inhaltlich wie gestalterisch weiter profiliert: als barrierearm gedachte, nachhaltig produzierte Literaturzeitschrift, die weiterhin Literatur und Bildende Kunst zusammenführt und dabei gezielt auch Perspektiven sichtbar machen möchte, die sonst oft überhört oder überlesen werden.
Seit der Neuauflage zur Wuppertaler Literatur Biennale 2024 erschienen die Ausgaben #0 „Vom Verschwinden“, #1 „Erscheinen“, #2 „Macht“ und #3 „verboten“. Nun folgt mit #4 „Wut“ eine weitere Ausgabe, die Literatur als pluralen Diskursraum versteht und weiterdenkt.
Die KARUSSELL Redaktion: Anna Bartók, Meieli Borowsky-Islam, Birte Fritsch, Phyllis Quartey, Avan Amir Weis.